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Das Huzulenpferd Das Huzulenpferd, Nachfahre des Bergtarpans, entstand als autochthone Rasse ursprünglich auf dem Gebiet der Waldkarpaten, auf der heute zur Ukraine und zu Rumänien gehörende HUZULEI - zwischen dem Oberlauf des Pruth und der Goldenen Bistritz. In den unwegsamen Hochwäldern der Karpaten siedelte das gleichnamige Volk, die HUZULEN - Nachkommen von Kosaken und Tartaren aus dem südrussischen Raum. Erwähnt wird das Huzulenpferd bereits in einem Fachbuch aus dem Jahr 1603. Ursprungsbedingt ließen sich lange Zeit 3 Grundtypen deutlich voneinander unterscheiden:
Alle trugen Wildpferdemerkmale, hatten groß Ähnlichkeit in Exterieur und Rahmen - der Przewalskytyp schwerer, dadurch nur bedingt für schwieriges Gelände geeignet - sind die Ahnen der heutigen Huzulenpferde. Von besonderer Wichtigkeit für deren Entstehung waren die harten Lebensbedingungen: Schwieriges, meist bewaldetes Berggelände, raues, kontinentales Klima, unterstandslose Aufzucht auf den Bergweiden. Bei Futtermangel trieben die Bergbauern der Huzulei ihre Pferde den Winter über in den Wald, wo nur die stärksten, zähesten die Selektion durch Käte, Nahrungsmangel, Wölfe, Bären und Luchse überstanden. Im Frühjahr dienten die überlebenden wieder als unersetzliche Gefährten, Helfer in der Land- und Forstwirtschaft und als Transportmittel in der damals straßenlosen, brückenlosen Huzulei, deren Ortschaften meist nur durch Saumpfade erreichbar waren. Oft gezwungen, sich in schwierigstem Gelände den Raubtieren zu stellen, überlebten jene Pferde mit kurzem, kräftigem Hals und geringer Fluchttendenz. So ist ein kompaktes, stämmiges, mutiges, trittsicheres Kleinpferd mit großem Brustumfang und kleinen, festen, harten Hufen entstanden. Die teilweise vorhandene Kuhhässigkeit (geringgradige unkorrekte Winkelung der Sprunggelenke) ist auf die oben beschriebenen Lebensbedingungen zurückzuführen und ist ein Hinweis auf die besondere Trittsicherheit des kleinen Gebirgspferdes in steilem Gelände und darf nicht als Fehler gesehen werden. Im Jahr 1856 begann man auf Anregung des k. k. Oberst Ritter von Herrmann mit der planmäßigen Zucht der Huzulenpferde, in der zu Österreich gehörenden BUKOWINA. Abseits jeder Zivilisation, im heutigen Rumänien gelegenen GESTÜT RADAUTZ - 1774 zwecks Hebung der österreichischen Pferdezucht durch einen Erlass der Kaiserin Maria Theresia gegründet - und dem GESTÜT LUCINA mit den bis auf 1600 m gelegenen Hochweiden wurden nun diese instinkt- und trittsicheren Kleinpferde, die in der Lage waren auf Prügelwegen heimtückische Sumpfadern zu überwinden, Geröllrinnen zu überqueren, auf Saumpfade an schluchtigen Hängen entlang zu gehen oder Flussfurten zu durchwaten, gezüchtet. Die zähen, wendigen und robusten Gebirgspferde dienten bis 1918 der Österreichisch-Ungarischen Armee als Reit-, Zug- und Packtiere im unwegsamen Gelände. Nach dem 1. Weltkrieg wurden durch den Zerfall der Monarchie die Zuchtpferde der Lucina zunächst nach Waldhof in Niederösterreich gebracht, später jedoch auf die Nachfolgestaaten Rumänien, Tschechoslowakei, Polen, Ungarn und Österreich aufgeteilt. In Österreich blieben einige wenige Huzulenpferde, Stuten und Hengste, die zu Bauern im Waldviertel und Oberinntal zunächst in Privatpflege gegeben wurden, später in deren Besitz übergingen. Züchterisch gingen sie leider vollständig verloren. Im Laufe der Zeit entwickelten sich 7 Hengstlinien: HROBY, GORAL, GURGUL, POLAN, OUSOR, PIETROSU, PRISLOP, auf die alle heute in anerkannte Zuchtbücher eingetragenen Huzulenpferde zurückgehen. Erst im Jahr 1991 besann man sich auf Anraten von Reg. Rat Ing. Franz Schröder bei der Suche nach geeigneten Pferden für das Projekt der "Biologischen Kreislaufwirtschaft" im Moorbad Harbach, auf jene in der Vergangenheit in der Nachbarortschaft Roßbruck lebenden Huzulenpferde. So kamen nach ca. 60 Jahren wieder Huzulenstuten und -hengste aus Polen, Tschechien, der Slowakei, später auch aus Rumänien und Ungarn nach Österreich. Der 1997 gegründete "VERBAND DER ZÜHTER DES HUZULENPFERDES IN ÖTERREICH (VZHÖ)" ist die anerkannte, österreichweit tätige, selbständige Rassezuchtorganisation für Huzulenpferde. Er ist Mitglied der ARCHE AUSTRIA - Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen - und in der 1994 gegründeten Internationalen Dachorganisation HIF - Hucul International Federation - wo auch die anerkannten Huzulenpferdezuchtorganisationen von Polen, Rumänien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei vertreten sind. 2003 wurde das ZUCHTBUCH ÜBER DEN URSPRUNG DER RASSE HUZULENPFERD Polen in Kooperation mit der HIF zuerkannt. Die notwendige internationale Zusammenarbeit dient dem Erhalt der Rasse, die wegen der geringen Zahl von Zuchttieren, als hochgefährdet eingestuft werden muss. RASSEBESCHREIBUNG: ALLGEMEINE RICHTGRöSSE: FARBEN: BEWEGUNGSABLAUF: GESAMTEINDRUCK:
VERWENDUNG: Voraussetzung für die Aufnahme in das Verbandszuchtbuch sind 5 Huzulen-Ahnengenerationen, wobei die väterliche Linie lückenlos zu einem der Hengstlinienbegründer, mütterlicherseits zu einer der Begründerinnen der anerkannten Stutenfamilien, rückverfolgbar sein muss. Vor Eintragung werden alle Huzulenpferde DNA-typisiert bzw. abstammungsüberprüft. Hengste legen eine Leistungsprüfung ab, Stuten absolvieren einen Wesenstest. Alljährlich findet Ende September das "Huzulenfest" statt, in dessen Rahmen die Fohlen bei Fuß ihrer Mütter aufgenommen werden - ein Treffpunkt für Züchter und Freunde der Huzulenpferde aus dem In- und Ausland.
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